Fujifilm X100 – Meine Meinung

Posted: April 15th, 2012 | Author: | 16 Filed under: Ausrüstung | 2 Comments »

Hallo,

ich melde mich nach einer etwas längeren Auszeit mal wieder zurück.
Wie ihr vielleicht gemerkt habt, hat sich das Layout meines Blogs geändert und wurde der Website angepasst. Danke dafür an Alex

Heute möchte ich euch etwas über die Fuji X100 schreiben, die ich in

den letzten Wochen testen durfte.

Die Kamera ist jetzt schon etwas älter und es gibt schon eine Menge

Reviews, allerdings haben alle etwa die gleiche Aussage:  Eine tolle

Kamera.

Ich halte gerade Ausschau nach einer kleinen Kamera, die ich überall

mitnehmen kann und dabei fiel mein Auge auch auf diese Kamera, die

ohne Zweifel toll aussieht und auch viele gute Kritiken geerntet hat.

Weil 1000 Euro für eine Kompaktkamera nicht wenig Geld sind, und sich

die Möglichkeit ergab, die X100 vorher zu testen habe ich das getan.

 

Ich werde in diesem Artikel nichts über technische Daten schreiben,

sondern eher meine Eindrücke über diese Kamera. Den Rest gibt es schon

zu Hauf im Internet.


Gehäuse

Das Gehäuse dieser Kamera ist toll, es fühlt sich sehr wertig an, ist

aus Metall – auch das Objektiv – und macht insgesamt einen

hochwertigen Eindruck. Dazu kommt noch das tolle Retrodesign, das mir

sehr gefällt und die Kamera liegt außerdem gut in der Hand und alle

Bedienelemente sind gut erreichbar.

 

Features

Das wichtigste Feature, das hier zu nennen wäre, ist eindeutig der

Hybridsucher, der einen Sucher im Messsucherstil und einen

elektronischen Sucher vereint. Das ist wirklich eine tolle Entwicklung

und mach in der Praxis auch viel Spaß.

Ein wenig enttäuscht war ich beim ersten hindurchsehen jedoch, als ich

sah dass es im Optical-Viewfinder-Mode keine manuelle Fokushilfe gibt,

wie es bei einer Leica oder einer anderen echten Messsucherkamera der

Fall ist. es wird lediglich eine Entfernungsskala eingeblendet, die

einem bei Offenblende nicht wirklich genaue Ergebnisse ermöglicht.

 

Das Objektiv mit umgerechneten 35mm Festbrennweite ist für fast alle

Alltagssituationen zut geeignet. Bei Offenblende 2.0 kann man auch in

wirklich dunkler Umgebung fotografieren und außerdem Aufnahmen mit

schönem Bokeh im Hintergrund erstellen.

 

Performance

Die Kamera schlägt sich in Sachen Bildqualität sehr gut. die Bilder

sind bis ISO 6400 durchaus verwendbar, was für eine Kompaktkamera

enorm ist. Das liegt natürlich am großen APS-C Sensor.

Das war es allerdings auch schon wieder mit Lob und positiver Kritik

im Bereich Performance.

Die Belichtungsmessung der Kamera ist meiner Meinung nach sehr

schlecht. So hat die Kamera bei gleichen Lichtverhältnissen, nahezu

gleichem Bildausschnitt im Blendenvorwahlmodus zwischen

Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde und 1/80 Sekunde geschwankt. Diese

Schwankungen spiegeln sich auch in den Bildern wieder, die ohne

Belichtungskorrektur Teilweise deutlich über oder unterbelichtet sind.

Die Fujifilm X100 ist also nicht für eine automatische Belichtung

geeignet und nur im M-Modus wirklich zu verwenden.

 

Ähnliches gilt für den Autofokus. Dieser ist eher langsam und außerdem

alles andere als treffsicher. Es brauchte teilweise bis zu 5 Versuche,

um richtig zu fokusieren. Schade ist es, dass man im optischen Sucher

nicht weiß, ob wirklich fokusiert wurde. Es ist mir des öfteren

passiert, dass ich in den elektronischen Sucher wechseln musste, um zu

verhindern, nach dem fokusieren ein unscharfes Bild zu produzieren.

Wirklich schade, dass es hier – nicht wie bei der Belichtung – keine

manuelle Alternative gibt. Der Manuelle Fokus ist kein echter,

mechanischer Fokus sondern ein Focus-by-wire. Das bedeutet, wenn man

am Fokusring dreht, bewegt ein Motor die Linsenelemente. Dieser

spricht außerdem noch sehr träge an und für das Durchwandern des

gesamten Fokusbereichs, muss man gefühlte 20 Mal drehen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Geschwindigkeit der Kamera. Das

Einschalten dauert so lange, dass man durchaus das ein oder andere

Bild verpasst hat, bis die Kamera betriebsbereit ist. Für das

Aufwachen aus dem Standby gilt selbiges, weshalb auch das anlassen der

Kamera keine Alternative ist.

Das schreiben eines RAWs auf die Speicherkarte dauert ca. 2 Sekunden

(ich habe eine Sandisk Class 8 Karte benutzt, die in meiner Canon

Kamera sehr schnell und zuverlässig arbeitet). Das ist nicht

Praxistauglich, besonders, weil man während des Schreibens keine neuen

Aufnahmen machen kann.

 

Fazit

Ich habe mich entschlossen, die Kamera nicht zu kaufen. Sie ist meiner

Meinung nach ihr Geld nicht wert. Sie verspricht zwar durch tolle

Features wie den Sucher, den eingebauten ND-Filter, die einfache

Bedienung oder das tolle Obejtkiv eine Menge Spaß, jedoch verfliegt

dieser Spaß in der Praxis sehr schnell und wandelt sich zu Frust.

 

Fuji hat mit der Kamera ein tolles Konzept aufgestellt, dieses

allerdings mangelhaft umgesetzt.

 

 

Ich hoffe ich konnte einigen unter euch, die vielleicht ebenfalls mit

der Kamera liebäuglen, helfen.

Demnächst gibt es dann wieder Eintrgäge über meine Fotografie und

interessante Projekte.

Bis dahin fotografiert schön!

 

Gruß Aaron


2 Comments on “Fujifilm X100 – Meine Meinung”

  1. 1 Gernot said at 21:10 on April 23rd, 2012:

    Wie heisst das Plugin rechts ? Das brauche ich!

  2. 2 hAnnes said at 13:35 on August 10th, 2012:

    Hallo Aaron,

    vielen Dank für deinen guten Artikel, auch wenn die Kamera jetzt schon einige Monate auf dem Buckel hat, und in den höchsten Tönen gelobt wurde.

    Ich suche auch eine Immerdabeiknipse, natürlich blieb auch ich bei der Fuji hängen, gut das dein Artikel dazwischenkam und mich vor einem Fehlkauf bewahrt hat. :-)

    Lg,
    Hannes


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